Dokumentation
Altersvorsorgedepot
Der Rechner vergleicht ein Altersvorsorgedepot mit Zulagen und Mantelkosten mit einem ungeförderten ETF-Sparplan. Er arbeitet deterministisch mit konstanten Jahresannahmen und trennt bewusst zwischen Eigenleistung, staatlichen Zuschüssen, Kosten und realem Vermögensaufbau.
Modellübersicht
- Zweck des Rechners: Gefördertes Altersvorsorgedepot und ungeförderten ETF-Sparplan unter denselben Renditeannahmen vergleichbar machen.
- Zielgruppe / typische Nutzung: Nutzer, die wissen wollen, ob Zulagen und Mantelkosten ein gefördertes Depot im Modell vorteilhaft machen.
- Modelltyp: Deterministische Jahresprojektion mit politisch modellierter Förderlogik.
- Inputs: Eigenleistung, Alter, Startkapital, Rendite, Inflation, ETF-Kosten, Mantelkosten, Kinderzahl und Bonusannahmen.
- Outputs: Endwert, Eigenleistungen, staatliche Zuschüsse, realer Ertrag und Vergleich zum ETF-Pfad.
- Bewusst ignorierte Effekte: Künftige gesetzliche Änderungen, Auszahlungsphase, spätere Besteuerung, Produktverfügbarkeit und reale Tarifdetails einzelner Anbieter.
- Grenzen der Aussage: Geeignet als politisch-regulatorische Szenariorechnung, nicht als finale Produkt- oder Gesetzesbewertung.
- Wirkung der Vereinfachung: Die deterministische Förderlogik schafft Klarheit, kann aber politische und produktseitige Unsicherheit nicht abbilden.
Modelllogik
- Beide Varianten werden als jährliche Projektion bis zum Ruhestandsalter fortgeschrieben.
- Das Altersvorsorgedepot erhält neben der Eigenleistung zusätzliche Zulagen nach der im Rechner hinterlegten Förderlogik.
- Die Rendite wird jeweils um ETF-Kosten und beim AVD zusätzlich um Mantelkosten reduziert.
- Die Auswertung erfolgt real, also nach Abzug der Inflationswirkung.
Variablen
Rechenschritte
Damit werden Marktrendite, Kosten und Inflation klar voneinander getrennt. Gerade für lange Laufzeiten ist diese Zerlegung didaktisch wichtig.
Der Rechner unterscheidet also zwischen Eigenleistung und politisch modellierter Förderung. Optional wird im ersten Jahr zusätzlich ein Bonus addiert.
Im AVD fließen also sowohl Eigenleistung als auch Förderung in die jährliche Vermögensbasis. Beim Vergleichs-ETF nur die Eigenleistung.
Der Rechner weist separat aus:
- eigene Einzahlungen,
- staatliche Zuschüsse,
- realen Ertrag,
- Depotwert zum Endalter.
So wird sichtbar, ob ein Vorsprung eher aus Förderung oder aus Kapitalmarkt- und Kostenwirkung entsteht.
Didaktische Einordnung
Der linke Pfad zeigt nicht einfach „mehr Geld“, sondern eine Mischung aus eigener Sparleistung, staatlicher Förderung und Kapitalertrag nach Kosten. Der rechte Pfad verzichtet auf Förderung, ist dafür kostenseitig einfacher.
Gerade deshalb ist die getrennte Darstellung von Eigenleistung, Zuschüssen und Ertrag so wichtig: Nur so lässt sich nachvollziehen, wodurch ein Vorsprung tatsächlich entsteht.
Modellrisiken und Verzerrungsrichtung
- Politische Unsicherheit: Spätere Änderungen an Förderung, Produktgrenzen oder Kostenkappen können den Vorteil des AVD deutlich verändern.
- Glatter Jahrespfad: Reale Marktverläufe und veränderte Einzahlungen fehlen; dadurch wirken beide Pfade stabiler als in der Praxis.
- Förderlogik als feste Parameter: Wer Schwellenwerte oder Bonusregeln für gesichert hält, liest das Modell zu hart; es bleibt ein Annahmen-Set.
- Keine Auszahlungslogik: Ein heute attraktiver Ansparpfad kann später durch Auszahlungs- oder Steuerregeln anders zu bewerten sein.
Das Altersvorsorgedepot ist ein politisch junges Regelungsfeld. Der Rechner orientiert sich an veröffentlichten BMF-Materialien, bildet jedoch keine endgültig verabschiedete Produktwelt und keine gesicherte spätere Auszahlungs- oder Steuerlogik ab. Zulagen, Kostenrahmen oder Produktanforderungen können sich ändern.
Einordnung der Default-Werte
- Kosten- und Rendite-Defaults: Als neutrale ETF-/Mantelszenarien gedacht; sie müssen angepasst werden, sobald konkrete Produktkosten bekannt sind.
- Förder-Defaults: Folgen dem aktuellen politischen Modellstand und sind deshalb eher regulatorische Annahmen als stabile Langfrist-Konstanten.
- Bonus- und Kinderlogik: Ist nur passend, wenn die persönliche Förderkonstellation tatsächlich so aussieht.
- Alter und Sparleistung: Sind Beispielwerte zur Bedienung und sollten für jede echte Vorsorgeentscheidung personalisiert werden.
Quellen
- BMF-FAQ zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge: bestätigt das geplante Altersvorsorgedepot, die vorgesehene Positivliste zulässiger Vermögensgegenstände sowie die Kostenbegrenzung beim Standardprodukt.
- Regierungsentwurf des Altersvorsorgereformgesetzes: Primärquelle für die politische Ausgestaltung, an der sich die Förder- und Kostenannahmen des Rechners orientieren.
- Die konkreten Schwellen, Rechenbänder und der optionale Bonus werden im Rechner als feste Modellparameter implementiert. Sie sind deshalb als Modellannahmen zu lesen.
Quelle, Stand und Modellstatus
- Quelle: BMF-FAQ und Regierungsentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge.
- Stand der Modelllogik: 30. April 2026.
- Modellstatus: Politisch und regulatorisch noch unsicheres Fördermodell; spätere Änderungen von Zulagen, Kostenrahmen oder Produktanforderungen sind möglich.