Dokumentation
Finanzielles Ziel
Dieser Rechner invertiert das Sparplan-Modell: Gesucht ist nicht der Endwert einer bekannten Sparrate, sondern die konstante Monatsrate, die einen vorgegebenen Zielbetrag innerhalb eines festen Zeitraums erreicht. Das ist mathematisch ein numerisches Suchproblem auf Basis derselben Monatsprojektion wie im Sparplan-Rechner.
Modellübersicht
- Zweck des Rechners: Aus Zielbetrag, Zeit und Renditeannahme die nötige konstante Monatsrate ableiten.
- Zielgruppe / typische Nutzung: Nutzer, die aus einem Sparziel eine konkrete monatliche Sparnotwendigkeit ableiten wollen.
- Modelltyp: Deterministische Monatsprojektion mit numerischer Inversion per Binärsuche.
- Inputs: Zielbetrag, Laufzeit, Rendite, Inflation sowie Wahl zwischen Vor- und Nachsteuerziel.
- Outputs: Erforderliche Monatsrate, Jahresrate, Gesamtbeiträge und modellierter Endwert.
- Bewusst ignorierte Effekte: Kursschwankungen, variable Beiträge, Vorabpauschalen, Verlustverrechnung und alle pfadabhängigen Steuerdetails.
- Grenzen der Aussage: Zeigt die nötige Rate unter genau diesen Annahmen, nicht die Wahrscheinlichkeit, dass das Ziel sicher erreicht wird.
- Wirkung der Vereinfachung: Konstante Rendite und konstante Sparrate machen das Ziel mechanisch erreichbar, obwohl reale Märkte und Lebensläufe unruhiger sind.
Modelllogik
- Das Ziel wird mit konstanten Monatsraten und konstanter Durchschnittsrendite modelliert.
- Optional kann der Zielbetrag real, also in heutiger Kaufkraft, verstanden werden.
- Optional kann auch nach Steuern gerechnet werden; dann wird der Endwert um eine vereinfachte KESt/Soli-Endbesteuerung bereinigt.
- Die gesuchte Monatsrate wird numerisch per Binärsuche gefunden.
Variablen
Rechenschritte
Damit ist klar, ob nominal oder in heutiger Kaufkraft gerechnet wird.
Wie im Sparplan-Rechner wird nicht nur jährlich, sondern monatsgenau fortgeschrieben.
Startwert ist null. In jedem Monat fließt die konstante Rate \(m\) zu und wird anschließend verzinst.
Wenn der Schalter „nach Steuern“ aktiv ist, wird nicht der Brutto-Endwert, sondern dieser vereinfachte Nach-Steuern-Endwert mit dem Zielbetrag verglichen.
Die Funktion \(V(m)\) wächst monoton mit der Monatsrate \(m\). Deshalb kann der Rechner per Binärsuche die kleinste Rate bestimmen, die das Ziel gerade erreicht oder überschreitet.
Zuerst wird eine ausreichend hohe Obergrenze gesucht. Danach halbiert die Binärsuche das Intervall wiederholt, bis die gesuchte Rate stabil genug ist.
Der Rechner sagt nicht, welche Rate „realistisch“ ist, sondern welche konstante Rate unter den gewählten Modellannahmen nötig wäre. Er ist damit ein Zielerreichungsrechner, keine Marktprognose.
Didaktische Einordnung
Der Rechner kennt den Zielbetrag, aber nicht die nötige Monatsrate. Deshalb wird nicht direkt eine einfache geschlossene Formel verwendet, sondern wiederholt geprüft, ob eine gewählte Rate zu niedrig oder schon hoch genug ist.
Man kann sich das wie ein systematisches Einengen vorstellen: Der Rechner setzt zuerst eine Unter- und Obergrenze und halbiert das Suchintervall anschließend immer weiter, bis die gesuchte Rate stabil gefunden ist.
Modellrisiken und Verzerrungsrichtung
- Konstante Durchschnittsrendite: Kann die scheinbare Planbarkeit erhöhen und unterschätzt die Unsicherheit realer Kapitalmarktpfade.
- Keine Beitragsschwankungen: Das Modell ist eher optimistisch für Nutzer mit unregelmäßigem Einkommen oder späteren Sparpausen.
- Nachsteuerziel nur pauschal: Der Endwert nach Steuern ist eine Standardnäherung und keine vollständige Depotbank- oder Veranlagungslogik.
- Inflationslogik als glatte Rate: Bei wechselnden Preisregimen bleibt die Kaufkraftprojektion eine Näherung.
Es gibt kein Startkapital, keine Sparratendynamik und keine unterjährigen Steuerereignisse. Die Nach-Steuern-Variante nutzt dieselbe vereinfachte Endbesteuerung wie der Sparplan-Rechner und ersetzt keine echte Steuerprojektion.
Einordnung der Default-Werte
- Zielbetrag und Laufzeit: Sind Beispielwerte zur Orientierung und müssen fast immer durch das eigene Sparziel ersetzt werden.
- Rendite-Default: Als neutrale Langfristannahme gedacht, nicht als Zusage oder kurze Markterwartung.
- Inflation-Default: Dient als Basisszenario für Kaufkraftbetrachtungen und sollte angepasst werden, wenn bewusst nominal geplant wird.
- Vor-/Nachsteuerwahl: Sie ist keine Geschmacksfrage, sondern sollte davon abhängen, ob das Ziel als Bruttovermögen oder tatsächlich verfügbares Vermögen verstanden wird.
Quellen
- § 32d EStG und § 4 SolzG 1995 für die vereinfachte Endbesteuerung.
- Die numerische Binärsuche ist eine methodische Modellentscheidung zur Invertierung der Monatsprojektion.
Quelle, Stand und Modellstatus
- Quelle: EStG und SolzG für die Endbesteuerung; Monatsprojektion als eigene Modellrechnung.
- Stand der Modelllogik: 30. April 2026.
- Modellstatus: Deterministische Zielerreichungsrechnung mit numerischer Lösung.